In der Baumschule

Vielleicht eine kleine Hilfe für alle, die etwas für ihren Deutschunterricht suchen und beim Googlen verzweifeln, weil sie den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr sehen. - Hierbei handelt es sich um meine eigenen Gedanken, also übernehme ich dafür natürlich keine Garantie.

Sunday, December 03, 2006

 

Sansibar oder der letzte Grund – Inhaltsangabe

In dem Ostseestädtchen Rerik treffen im Herbst 1937 mehrere Personen aufeinander, die aus verschiedenen Gründen vor dem nationalsozialistischen Regime fliehen wollen.

Der kommunistische Funktionär Gregor, den das ZK geschickt hat, um die Arbeit der Partei in Rerik neu zu organisieren und der dort Kontakt zu den Genossen im Untergrund (Knudsen) aufnehmen soll. Und der trotz seiner engagierten Arbeit für das ZK, seit dem Tod seiner Geliebten, die durch den roten Terror in Moskau ums Leben kam, der Partei skeptisch gegenübersteht und diese nun verlassen möchte. Rerik soll für ihm sein letzter Auftrag sein, eigentlich sucht er nach einer Fluchtmöglichkeit auf einem Schiff ins Ausland.

Der Fischer Knudsen ist das letzte Mitglied der kommunistischen Partei in der Stadt Rerik und der Kontaktmann für Gregor. Doch Knudsen hat innerlich schon mit der Partei abgeschlossen, weil sie bei der Machtergreifung der Nazis in seinen Augen versagt hat und weil er lieber nichts riskieren möchte, da seine Frau an einer Geisteskrankheit leidet und er nicht riskiren will, dass man andernorts auf sie aufmerksam wird. Gleichzeitig ist seine Frau auch der Grund dafür, dass für Knudsen eine eigene Flucht nicht in Frage kommt. Er liebt sie und will sie nicht alleine lassen, obwohl auch Knudsen schon mit dem Gedanken an Flucht gespielt hat, doch letztendlich für sich beschlossen hat, bei seiner Frau zu bleiben und sich ruhig zu verhalten, bis eines Tages die Herrschaft der Anderen zu Ende sein wird, um dann den Kommunismus wieder neu auferstehen zu lassen.

Der Junge, der Schiffsjunge bei Fischer Knudsen ist, hat drei Gründe, warum er aus Rerik weg will. Der erste Grund ist, dass dort nie etwas passiert. Der zweite Grund ist, dass die Leute in Rerik seine Vater, der auf See verschwunden ist, für einen Säufer halten, der sein Schicksal verdient hat. Und der dritte Grund ist Sansibar! Sansibar steht als Synonym für Freiheit und Abenteuer, die der Junge in der weiten Welt erleben könnte, wenn er nur auf dem Meer davon fahren könnte, wie einst Tom Sawyer und Huckleberry Finn auf dem Mississippi.

Der Pfarrer Helander ist ein Kriegsveteran, dem im ersten Weltkrieg ein Bein amputiert wurde. Anfangs war er von der Machtergreifung der Nazis begeistert gewesen und hatte Knudsen prophezeit, dass es den Kommunisten jetzt an den Kragen gehen würde, doch musste er mit der Zeit feststellen, dass nicht nur die Kommunisten von den Nazis bedroht waren, sondern dass die Herrschaft und Kontrolle der Anderen in alle Bereiche des Lebens hinreichten. Nicht zuletzt auch in die der Kirche, denn Pfarrer Helander soll den Nazis die expressionistische Holzfigur „des Lesende Klosterschülers“ ausliefern, die er für seine Kirche gekauft hatte und die nun als entartet gilt. Um den „Klosterschüler“ vor der Vernichtung durch die Anderen zu retten, springt Helander über seinen Schatten und bittet den politischen Ex-Feind Knudsen um Hilfe. Er soll die Figur für Helander auf seinem Kutter nach Schweden schmuggeln, was dieser zunächst ablehnt.
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Die Jüdin Judith, die aus reichem Haus stammt und deren Mutter sich am Tag zuvor vergiftet hatte, um es Judith leichter zu machen, das Land zu verlassen und vor den Anderen zu fliehen, will in Rerik ein Schiff finden, dass sie außer Landes bringt, da der Hafen der kleinen Stadt wohl nicht so überwacht werden würde.

Knudsen und Gregor treffen sich das erste Mal in der Kirche von Pfarrer Helander, in der Gregor auch den Klosterschüler das erste Mal erblickt und in ihm die Freiheit zur Entscheidung zu erkennen glaubt, die er sich selbst nie zugestanden hat. Doch weder Gregor noch Knudsen sind wirklich an einer weiteren Arbeit für die Partei interessiert, was sie sich gegenseitig anmerken und bei Knudsen einen Hass auf Gregor weckt. Als Pfarrer Helander zufällig zu den beiden in die Kirche kommt, beschließt Gregor die Angelegenheit mit dem Klosterschüler zu der der Kommunistischen Partei zu machen, indem er eigenmächtig beschließt, jeden zu unterstützen, der gegen die Anderen ist und er befiehlt Knudsen die Figur nach Schweden zu bringen.
Währendessen versucht Judith sich an den betrunkenen Ersten Offizier eines schwedischen Frachters heranzumachen, um ihn dazu zu bringen, sie heimlich mitzunehmen. Doch den unreifen, jungen Mann verlässt schnell der Mut, als er wieder nüchtern wird und er bittet Judith wieder von Bord des Frachters zu gehen, auf dem sie sich bereits auf dem Weg nach Schweden wähnte.
Mittlerweile hat Knudsen sich doch einen Ruck gegeben und beschlossen die Figur des Pfarrers zu retten, weil es sonst niemand gibt, der das tun könnte. Und vereinbart einen Treffpunkt mit Gregor, der die Figur bringen will, nach draußen in der Nähe des Leuchtturms.
Doch Gregor ist noch nicht zufrieden damit, dass die Figur gerettet werden soll. Nun will er auch die Jüdin Judith retten. Er sieht darin nunmehr seine eigene Aktion, nicht mehr die der Partei und er erfährt dabei endlich ein Gefühl von Freiheit.
Knudsen, der nichts davon weiß, dass er auch Judith retten soll und der schon beschlossen hatte, die Figur "des Klosterschülers" irgendwo über Bord zu werfen, um nicht nach Schweden zu müssen, will Judith nicht mitnehmen, da das seine Pläne ändern würde und er doch noch nach Schweden müsste.
Daraufhin schlägt Gregor Knudsen nieder. Und fragt den Jungen, ob er das Schiff steuern kann. Der Junge erkennt seine Gelegenheit Rerik endlich zu verlassen und fällt Knudsen in den Rücken und stimmt zu, das Schiff auch ohne Knudsen nach Schweden zu bringen.
Als der niedergestreckte Knudsen mitbekommt, dass Gregor sich tatsächlich für Judith und die Figur opfern, auf seine eigene Flucht verzichten und mit dem Fischer zusammen zurückbleiben will, um diesen zu bewachen, ändert Knudsen seine Meinung und bietet an, den Kutter selbst nach Schweden zu bringen.
Und während Knudsen mit seinen Passagieren in See sticht, bleibt Georg zurück. Im Morgengrauen läuft er zurück zur Kirche von Pfarrer Helander und grüßt diesen ein letztes Mal, bevor Gregor Rerik so verlässt, wie er gekommen war: als unauffälliger, kleiner, grau gekleideter, junger Mann auf einem Fahrrad.
Pfarrer Helander, der nach Gregors Gruß weiß, dass der Klosterschüler und Judith in Sicherheit sind, ist nun bereit zu sterben. Er weiß, dass ihm die Anderen das Verschwinden der entarteten Figur nicht durchgehen lassen werden. Als sie kommen, ihn zu holen, leistet er mit der Waffe Widerstand und stirbt im Kampf.
Mittlerweile in Schweden angekommen, nützt der Junge seine Chance und verlässt das Schiff, in der Absicht nicht mehr mit Knudsen zurückzufahren, doch ihm ist klar, wenn Knudsen ohne ihn nach Rerik zurückkäme, dass das das Todesurteil für den Fischer bedeuten würde. So opfert der Junge am nächste Morgen seinen Traum von Abenteuern und Sansibar und kehrt zu Knudsen, der auf ihn gewartet hatte, auf den Kutter zurück und fährt mit dem Fischer nach Hause.

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